Donnerstag, 26. Januar 2012

17.01. Hospet und Hampi Island


In Hospet angekommen wollte ich versuchen bei dem Engländer in seinem Taxi mitzufahren, welches ihn zum Hotel bringen sollte. Ich fühlte mich schwach und ausgelaugt. Während wir noch das Taxi suchten tauchte die deutsche Familie wieder auf und bot mir einen Platz in ihrem Taxi mit an. Ich nahm das Angebot dankbar und nach einer 5 Minuten dauernden Diskussion mit dem Taxi-typen was und ob ich was bezahlen muss einigten wir uns auf 200 Rupies. Ich bekam einen Platz entgegen der Fahrtrichtung – und das Wort Taxi beschreibt das Gefährt nur unvollständig – es war mehr ein sehr kleiner und offener Lieferwagen.  Die Fahrt dauerte wesentlich länger als ich erwartet hätte und ging über kleine und sehr sehr holperiger Straßen. Mein Magen rebellierte ich wollte nur noch ankommen. Ich hielt brav durch und lenkte mich mit der wunderbaren Landschaft ab. 

Reisfelder und Granitfelsen - ähnlich sehr großen Findlingen nahe Hampi


Schließlich erreichten wir Hampi-Island wobei mir unklar war wo wir uns befanden. Die 5 anderen stiegen im Sai-Guesthouse ab. Ich lass mir einige Namen von Hostels im Lonely Planet durch um zunächst herauszufinden wo ich mich überhaupt befinde. Das 3. Guesthouse hieß HEMA und war im Lonely Planet erwähnt – zusätzlich war es auf der Seite von Hampi (Die Stadt ist durch einen Flus geteilt) wo ich wohnen wollte.
Der Fluss von Hampi-Island aus gesehen. Das andere Flussufer  zeigt  Teile der Hampi Siedlung

Zum Glück konnte ich in dem Guesthouse einen Bungalow bekommen und ließ mich im offenen Restaurant nieder.
Ein grüner Tee und Bananenquark half mir dabei wieder ein Mensch zu werden. Sobald der Bungalow bezugsfertig war legte ich mich unter so viele Decken wie vorhanden waren und schlief erstmal ein wenig. Den gesamten Tag über habe ich gebraucht um wieder einigermaßen fit zu werden. Abends zum Sonnenuntergang hatte ich den ersten Spaziergang im Ort hinter mir und kletterte auf einen kleinen Hügel um den Sonnenuntergang zu beobachten.


Der Sonnenuntergang ist gut besucht

Nudeln zum Abendessen und dann ins Bett. Nebenbei noch einige Israelis kennengelernt.

Mittwoch, 25. Januar 2012

16.01. Weiter nach Bangalore und in den Nachtzug

Abreise aus Chennai - mit einem letzten Blick auf den Bahnhof Egmore
Egmore station - Chennai

Werbung mit starker Anlehnung an Nintendo Computerspiele




Zunächst viel auf das die Wäscherei mein Handtuch nicht wieder zurück geliefert hatte. Zusätzlich war aufgefallen das eine weiße Troyer mit Kugelschreiber oder schlimmeren verschmiert war. Das Fehlen des Handtuchs war ausgesprochen schade, da man in vielen Hostels Handtücher mitbringen muss und ich nicht wusste wo in Indien man Outdoor Handtücher kaufen kann. Das war damit auch der zweite Verlust – auf den Andamanen hatte die Wäscherei schon ein T-Shirt verloren. Also besuchte ich die gute Dame und bat Sie bis 12:00 Uhr mein Handtuch zu liefern. Glücklicherweise gelang ihr das Wunder das Handtuch wiederzufinden.


Ich erfragte was ein 1.Klasse Ticket für den Vorort Zug kostet – 76 Rupien gegenüber 6 Rupien für die 2. Klasse. Auch wenn 76 Rupien nicht viel Geld sind fand ich den Preisunterschied unverschämt und blieb in der 2.Klasse. Es war ja immer noch Pongal und alles Ruhte. Der Zug war sehr sehr viel leerer als beim letzten Mal.
Ein leerer Vorortzug in Chennai


Dafür war das Personal am Flughafen extrem genervt. Wer einmal das Terminal betreten hat – wofür man ein Flugticket vorzeigen muss – darf das Terminal nicht mehr verlassen. Das ist unpraktisch wenn die besten Essensläden außerhalb des Gebäudes liegen. Ich trollte mich in den Innenbereich und zum Sicherheitscheck. Der Kollege kontrollierte jeden Reisenden mit einem Metalldetektor, das ist OK. Wurde er fündig wurde jedoch nicht abgetastet, sonder eher zeigt mit der Hand einfach auf eine Tasche in der Erwartungshaltung, man möge die Tasche bitte leeren. Ich hatte natürlich meine Metallsachen etc. schon vorher abgelegt und brav die Schalen benutzt die durch die Röntgenmaschine gehen. Stein des Anstoßes war jetzt mein Haustürschlüssel der noch in einer Hosentasche war. Bevor ich das kleine Schlüsselchen herausgekramt hatte verging seine Zeit. Das hätte ein einfaches Abtasten schneller geregelt – so wie es auf jedem anderen mir bekannten Flughafen üblich ist.


Der Flug war problemlos.
Landeanflug in Bangalore


Bengalore kannte ich ja schon und gegen Abend hatte ich mein Gepäck am Bahnhof in der Gepäckaufbewahrung geparkt und war auf der Suche nach Essen das war zunächst schwieriger als erwartet, bis ich eine nette Seitenstraße mit einer Moschee ausgemacht hatte. In dieser Straße gab es millionen an Lichtern – ein Fest wurde gefeiert und überall konnte man essen.
Geschmückte Moschee


Ein Reisebüro bei dem man den A380 in der Airbus-eigenen Ausstattung buchen kann ;-)


Satt und zufrieden wanderte ich zurück zum Bahnhof und dort in den Wartesaal der „höheren“ Klassen wo ich ein wenig Reisebericht getippt habe.


Plötzlich betrat eine Gruppe von 5 deutschsprachigen Personen den Raum. Ein älterer Inder mit seiner deutschen Frau. Dazu die Tochter ungefähr in meinem Alter mit Freund und noch einer Cousine. Wir unterhielten uns etwas bis es Zeit wurde gemeinsam zum Nachtzug aufzubrechen. Die 5 hatten leider ein anderes Abteil in einem anderen Wagen, so dass sich unsere Wege zunächst wieder trennten. Ich fand mich im erste Klasse Abteil mit 2 Indischen Geschäftsleuten ein, die ihr Leid darüber klagten, dass die Stadt Hospet nicht mehr per Flugzeug erreichbar ist. Schließlich kam noch ein Engländer hinzu der den Anschein eines zerstreuten englischen Adeligen auf Indien Exkursion machte. Ein Kuli musste seine diversen Taschen und Tüten ins Abteil tragen. Er selbst groß ende 30 und etwas zu rundlich und verschwitzt betrat das Abteil. Auf dem Kopf ein kaputter Strohhut. Die schicken Papiertüten vom Museum for modern art india. Aus grauen Kartons packte er ein Abendessen aus. Pünktlich um 22:00 Uhr verließ der Zug den Bahnhof von Bangalore.

Die Betten waren bequem und mehr als ausreichend groß.

1. Klasse "AC" Bett der indischen Bahn


Man konnte sich wohl fühlen. Irgendwann im Laufe der Nacht fühlte ich wie mein Magen begann zu rumoren. Ich spielte er herunter und blieb liegen. Das Gefühl blieb. Ich spielte es weiter herunter. Irgendwann ließ es sich nicht mehr ignorieren. Ich stieg aus dem Oberen Hochbett hinunter in meine Sandalen und bewegte mich zur Toilette. Eine Tür versperrte mir den Weg und mein Magen war nicht mehr bereit länger mit dem ungeliebten Essen zu verbringen. Ich habe über die Nacht verteilt immer wieder den Weg zur Toilette beschritten und war sehr froh als wir irgendwann am Bahnhof ankamen. Ich hatte mir vor der Moschee recht scharfes Hähnchenfleich gegönnt. Vielleicht war das keine gute Entscheidung. Zumindest sind die Toiletten der ersten Klasse recht Sauber und geräumig. Es gibt sogar Toilettenpapier. Mein größtes Problem war, dass ich kaum Wasser dabei hatte. Denn ich hatte angenommen, dass wir von der indischen Bahn wieder reichlich Wasser zur Verfügung gestellt bekommen. Dem war aber nicht so.



Kurz vor Hospet 

Dienstag, 24. Januar 2012

15.01. Chennai with Pongal


Happy Pongal 2012
Pongal Zweige

Das Hotel bot ein kostenloses Frühstück und so hatte ich die Gelegenheit das Gericht Pongal kennenzulernen. Eine Art sehr fester Reissuppe die an Haferschleim erinnert – angereichert mir reichlich Zucker und Öl.

Eigentlich soll Chennai keine so schöne Stadt zu sein, ich wollte trotzdem dort bleiben und mir einen Weg ins Umland ersparen. Es war Sonntag und zusätzlich Pongal –  die Stadt war aussergewöhnlich ruhig. Viele viele Läden waren geschlossen was ich auf die frühe Uhrzeit (=vor 9 Uhr) schob. Später sollte ich bemerken das diese Zustand fast himmlischer Ruhe anhalten sollte. Mit einem Tuk-Tuk bewegte ich mich zu einem wichtigen Tempel und erstand rituell wichtige Blumen. Im Tempel waren kaum Touristen dafür umso mehr Gläubige die ich beobachten konnte.



Es gelang mir sogar in einen Hindutempel hinein zu gelangen – was im Normalfall nicht erlaubt ist. Der Innere des Tempels war ausgefüllt durch einen Tempel im Tempel. Den inneren Tempel betreten auch die Gläubigen nicht. Dort arbeitet ein Priester der segnet und Opfer annimmt. Im Anschluss wandert man links herum um den Innentempel herum. Es ist dunkel und riecht intensiv nach Blumen und Ölen die überall abgebrannt werden. Durchaus mystisch.
Im Anschluss wanderte ich etwas durch die Straßen und fast den Entschluss bis zu einer gewissen Shopping-Mall zu laufen die ich auf dem Weg zum Tempel gesehen hatte. Erster Zwischenhalt war ein Tempel eines Typen der eine Art von Religion gegründet hatte. Die Religion basierte darauf, das Beste aus vielerlei anderen Religionen zu verstehen und geschickt zu kombinieren. Der "Tempel" wurde entsprechend als Mix verschiedenere Glaubenshäuser errichtet. 

Auf dem weiteren Weg geriet ich in eine Pet-Show. Eine Pet-show stellte sich als eine Ausstellung von Haustieren heraus – organisiert und durchgeführt von einem lokalen Tierhändler. Man stand Schlange um ein Ticket zu bekommen. Man stand Schlange um ins Zelt zu kommen. Im Zelt waren vielerlei Tauben, Hühner und Hähne ausgestellt und durch das gesamte Zelt schlängelte sich eine lange Menschenschlange. Einreihig und nie stehen bleibend. Dafür sorgten diverse Antreiber.

Das große Zelt der Pet-Show. Ich stehe in einem der Bereiche zwischen den Menschenschlangen

Ich brach – ungestraft – aus der Reihe aus und lief mehr oder weniger qreuz und quer durch die Reihen von Käfigen. Freilich achtete ich darauf niemals die wabernder Schlange der Inder zu kreuzen – wollte ich etwas sehen konnte ich bequem über die Menschenschlange hinweg spähen. Das nächste Zelt widmete sich den Fischen. In endlosen Reihen wurden Fische vorgestellt.


Einige der armen Tiere waren schon verendet oder schwebten apathisch in ihren Aquarien. Das nächste Zelt war ein Messezelt in der diverses Tierzubehör verkauft wurde. Bis zu Wunder-Wischmopps „As seen on TV“ und „Amazing“ Messersets und ich nahm den nächsten Ausgang. Die Hundeausstellung schloss die Parade der Haustiere ab. Pekinesen und Möpse schwitzen in ihren Käfigen, obwohl die Tiere extra von mobilen Klimaanlagen mit kalter Luft angebliesen wurden.

Das Einkaufszentrum wurde erreicht und ich freute mich über neue Polohemden und ein T-Shirt. (Es war Sale!)
Beim Verlassen des Einkaufszentrums hörte ich Musik. Erfreut versuchte ich zu ergründen woher diese stammt und fand den Eingang zu einem kleinen Konzertgelände. Für 200 Rupies bekam ich einen Etikett um den Arm gebunden und schon war ich dabei. Das Gelände war für 2000 oder 3000 Personen ausgelegt – das Programm des Chennai Global Music Festivals hatte sich auf 3 Tage verteilt und stellte von morgens bis spät abends eine Mischung von indischen, europäischen und sonstigen Künstlern zusammen.


Ich erlebte die Reste einer indischen Performance bevor eine französische Sängerin  (Mesparrow) auftrat. Eine indische Performance „The joint Family Orchestra feat Mukthyar Ali and Chinnapoonu” löst ab bevor es wieder europäisch wurde mit “Bud Mc Muffin” aus Frankreich.



Die Hauptrichtung war eher Jazz und Blues. Die europäischen Künstler traten jeweils als Einzelkämpfer auf und spielten meist mehrere Instrumente und weitere fehlende Background Musiker wurden entsprechend als Rhythmus-Eingaben simuliert. Ich blieb bis es dunkel wurde und noch darüber hinaus.

Ich musste noch meine Wäsche abholen und wusste natürlich nicht welche Öffnungszeiten die gute Frau hatte. So trennte ich mich irgendwann von dem Festival und nahm ein Tuk-Tuk nach Hause. Dort erreichte ich die Wäschefrau kurz bevor sie ihren Laden abschließen wollte. Mein Lieblingsrestaurant war leider (Pongal bedingt!) geschlossen. Ich wich in ein überfülltes anderes Restaurant aus und musste dort im arktisch klimatisierten Saal sitzen – zum Glück hatte ich einen Pullover dabei.

14.01. Chennai a nice welcome


Port Blair verabschiedete sich mit einem Flughafen der so relaxt ist, dass viele Angestellte und andere Personen ihn direkt mit Fahrrad erreichen und man im Taxi fast schon im Terminal abgesetzt wird. Auf Wiedersehen schöne Inselgruppe. Der Flughafen von Chennai ist mir bei der Landung nicht wirklich in Erinnerung geblieben. Doch außerhalb des Gebäudes wird wild gebaut und man darf ziemlich suchen bis man die Zugstation findet, die einen in die Stadt bringt. Der Zug war ein Vorortzug und für europäische Verhältnis bis zum Bersten gefüllt. Ich versuchte mein Glück im 1. Klasse & Frauen Abteil – aber leider kann man kein „Upgrade“ kaufen. Also musste ich versuchen mich in einen der überfüllten Wagen zu drängen. Erstaunlicherweise findet sich immer ein Platz und so wanderte ich von Station zu Station immer weiter in den Wagen hinein. Leider hatte ich keine Chance die Stationsnamen zu lesen und hatte nicht die geringste Ahnung wann ich aussteigen muss. Glücklicherweise liegt der Hauptbahnhof vor der Station Egmore an der ich aussteigen wollte. Am Hauptbahnhof konnte ich mich Orientieren - auch ohne das Stationsschild lesen zu können - und dann gelang es mir auch erfolgreich an der Station Egmore auszusteigen.

Das Hotel war einigermaßen schnell gefunden und lag direkt gegenüber des Bahnhofs in zweiter Reihe. Das Chandra Park Hotel ist fast schon ein Luxus Herberge mit nettem Personal das einem die Türen öffnet und den Lift bewacht. Kostet mit 900 Rupies weniger als manches sehr schäbige Zimmer in Neu-Delhi. Glücklich buche ich mich ein. In der Nähe gibt es viele Möglichkeiten zum Essen und trinken – alles sehr angenehm. Nach etwas Erholung auf dem Zimmer habe ich die weitere Umgebung erkundet und bin letztlich im National-Museum gewesen. Eine leicht verwirrende Vielfalt von Gebäuden und Austellungen. Die Archäologie – die mich eigentlich interessiert hätte war nahezu unauffindbar. Gut das es schon ein später Nachmittag war und ich schon vor meinem Besuch wusste, dass ich nach spätestens 1,5 Stunden aus dem Gebäudepark geschmissen werde.
Eines der gesperrten Gebäude

Die Zeit habe ich nicht ganz ausgenutzt. Abendessen bei einem sehr netten Laden dessen Name ich noch immer nicht aussprechen kann (Saravana Bhavan), der jedoch in Chennai zig Filialen hat. (Natürlich Vegetarisch)

Am Abend wollte ich noch meine Wäsche in die Reinigung geben und erfuhr dabei, dass für die nächsten 3 Tage das „Pongal“ Fest gefeiert wird und damit viele Läden geschlossen sind. So bin ich auf eine andere Reinigung ausgewichen. Dort war kein Pongal. Das Hotel hatte sich inzwischen auch auf Pongal eingestellt und in der Lobby ein Dreibein mit einem speziellen Topf aufgebaut und darum ein kunstvolles Mosaik aus Steinen gelegt. Pongal ist das Erntedankfest in Tamil Nadu. 

Montag, 23. Januar 2012

13.01. Abreise nach Port Blair


Aufstehen - Packen - und ein letzter frische gegrillter Mittagessen-Fisch im Green Imperial.
Ein letzter Blick in die Coconut Groove

... und zum Hausstrand

Gegen 16:30 verließ ich auf einer Fähre die Insel Havelock in Richtung Port Blair. Dort erwartete mich der Taxifahrer der mich auch vor einer knappen Woche gefahren hatte und brachte mich in sein Gasthaus. Er würde mich auch am nächsten Morgen zum Flieger bringen und ich hatte den Abend über frei um zu Essen und Port Blair zu betrachten.
Der Markt als Hauptattraktion war nicht so spannend wie vermutet – schnell hatte ich die Stadt durchschritten und hörte Musik. Im Stadium war eine Veranstaltung in der verschiedene Bundesstaaten ihre Musik und ihren Gesang  vorstellten. Eintritt wurde nicht verlangt und vermutlich war ich der einzige nicht indische Zuhörer.
Das Bühnenbild mit den Delfinen...


Eine Meute von 4 Jugendlichen adoptierte mich und so durfte ich jeden Titel kommentieren und bin nur knapp der Verpflichtung entgangen mit einem der jungen Wilden wild vor der Bühne herum zu tanzen. Gegen 21:00 Uhr was das Schauspiel vorbei und ich konnte mich auf die Suche nach etwas zu Essen machen. Für indische Verhältnisse ist ein Essen um 21:00 Uhr schon relativ spät und so gab es nicht mehr so viele Optionen. Ein sehr guter indischer Laden in dem eine Unmenge von Personen sich Essen zum Mitnehmen bestellten machte das Rennen. Eine gute Entscheidung und schließlich traf ich noch einige Franzosen die gerade auf dem Weg nach Havelock waren. Wir tauschten einige Reisetipps aus, bevor ich gegen 22:30 ins Hostel zurückkehrte.

12.01. South Button


Der heutige Ausflug begann um 07:00 Uhr. Immerhin die Gelegenheit den Sonnenaufgang am Hausstrand zu erleben.


Heute nutzen wir ein größeres Boot um für ca. 2h Stunden nach Norden zu fahren. Dort befand sich eine kleine Runde Felseninsel (South Button) – um diese Insel herum sollte die Schnorcheltour gehen. Die Sonne schien und die aus 5 Personen bestehende Reisegruppe zusammen mit dem Guide und den 2 Schiffsleuten waren bei bester Laune.
Das Insel Flugzeug startet

Unser Schiff

Blick zurück auf Havelock

Sonnenbaden auf dem Vorderdeck

South Button

Um South Button herum wurde die See deutlich rauher und wir hielten mit dem Boot an der ruhigen Lee Seite an – einige Taucher waren schon dabei die Natur zu bewundern und kleine Luftblasen stiegen an die Oberfläche. Schnell machten auch wir uns fertig und begann am Fels zu schnorcheln. In einem tiefen großen Riss konnte man wie in einer Höhle hineinschwimmen und Fische beobachten die sich im ruhigen Wasser versteckten. Die Unterwasserwelt war sehr schön und ein toller Kontrast zum rauhen Felsen. Leider machte meine Maske wieder Schwierigkeiten – vielleicht hatte ich erneut das „fast“ passende Modell erwischt. Ich bekam eine kostenlose dauernasendusche mit Salzwasser. Bisher hatte ich Nasenduschen immer abgelehnt – aber hier hatte ich keine Wahl. Weiter ging die Reise um den Fels herum – die See wurde Rauher.





Das Schnorchel Erlebnis blieb super, weil der Fels unter Wasser eine Art Plateu bildete auf dem sich die Unterwasserwelt versammelte. Irgenwann jedoch wurde mir die Kombination aus Nasendusche und schwankender See etwas unangenehm und ich versuchte durch Ausblasen der Maske das Wasser aus der Nase heraus zu halten. Der Erfolg war immer nur von kurzer Dauer. Ich schluckte mehr oder weniger viel Wasser und das häufige Ausblasen brachten meine Atmung soweit durcheinander das ich selbst das Gefühl hatte zu Hyperventilieren – zusätzlich wurde ich leicht Seekrank.

Ich bedeutete dem Tauchlehrer (Es war zufällig derjenige der mich am Tag zuvor beim Testdive betreut hatte) das etwas nicht in Ordnung sei. Mehr oder weniger erfolgreich stellte ich mich in der Brandung auf dem Felsen hin und der Lehrer versuchte mich zu beruhigen – d.h. ich sollte unbedingt wieder schwimmen. Möglichst vorwärts und auf gar keinen Fall auf dem Felsen herumstehen. Einige Sekunden später spielte ich wieder Fisch und bemühte mich möglichst ganz ruhig und gleichmäßig zu atmen und mich ruhig zu bewegen. Das klappte soweit – ein Blick auf das Riff das sich in ca. 3 Metern Tiefe befand. Während ich die dort lebenden Bewohner fixierte hob mich die nächste Welle an – jetzt war das Riff ca. 5 Meter von mir entfernt bevor mich das nächste Wellental wieder auf 3 Meter an das Riff heranführte. Ich fühlte mich wie in der Berg und Tal Bahn nur leider mit viel weniger Spass. Meine Übelkeit verstärkte sich. Ich suchte den Rand des Plateaus und schaute in tiefer gelegene Teile des South-Button Riffs.
Zu meiner willkommen Ablenkung gerieten wir in einen riesigen Fischschwarm mit silbern glänzenden Fischen. Diese spielten fast mit uns und für einige Minuten vergaß ich meinen etwas desolaten Zustand und wir erreichten wieder die etwas ruhigere See und das Boot.


Auf dem Boot muss ich allerdings immer noch ausgehen haben wie eine halbe Leiche – zumindest fragten die Mitreisenden recht besorgt nach und ich fühlte mich auch nicht nach zweitem Frühstück oder Essen. Stattdessen setzte ich mich ziemlich weit Vorne und mittig aufs Schiffsdeck und hoffte auf eine möglichst ruhige See. Nebenbei vermerkte ich für mich, dass ich vielleicht doch lieber aufs Tauchen wechseln sollte. Denn zumindest Wellen sollte es in der Tiefe nicht geben.

Der zweite Schnorchel Ausflug fand in ruhiger See naher einer Insel statt. Ich hatte mich soweit erholt, dass ich auch wieder ins Wasser stieg und mitschnorchelte.  Das Riff war sehr schön und als Highlight sahen wir einen perfekt getarnten Skorpionfisch. Dazu mindestens ein Gebilde welches nicht einmal der Tauchlehrer kannte.
Der Skorpionfisch

Das unbekannte Etwas

Ein Picknick am Sandstrand auf der Insel folgte dem zweiten Schnorchelgang – leider hatte die Küche vergessen uns mit Tellern und Besteck zu versorgen, so dass wir ganz Indisch mit den Händen aßen und die Deckel diverser Tupperschüsseln zu Tellern umfunktionierten. Langsam zog ein Sturm auf – so dass sich das Boot von seinem Ankerplatz löst. Das wiederum veranlasste den Kapitän dazu uns zum Aufbruch zu mahnen. Das bedeutete für den zweiten Bootsmann das er die Überbleibsel des Picknicks in einem Kanu vom Strand zum großen Boot bringen musste – was ihn einige Mühe kostete, da er gnadenlos abgetrieben wurde. Wir mussten uns damit beschäftigen die Strecke mit unserer Schnorchel Ausrüstung zu überwinden. Die Rückfahrt war aufgrund des Sturmes und von Wolken erheblich kühler als die Hinfahrt – aber es gab keinen Rückfall für die Seekrankheit.

Auf dem Weg nach Hause habe ich mir noch ein sehr empfehlenswertes Stückchen Banana-Fruit-cake im Anja-Resto geholt. Mehr oder weniger Bananen auf gezuckerte Dosenmilch und Kekskrümel Boden – genau das Richtige nach einem anstrengenden Tag.
Es war mein letzter Abend auf der Insel und der Tauchlehrer wollte abends gerne vorbeikommen. Schließlich ergab es sich, dass Aunty, April der Tauchlehrer und meine Person sich ins Full Moon Cafe für ein Abendessen aufmachten. Lecker, wenn auch erheblich teurer als das Green Imperial. Dafür ist das Ambiente sehr viel schöner mit gemütlichem Möbeln und viel Holz. Zum Nachttisch gab es Cappucino Kuchen J Etwas recht Seltenes auf dieser Insel.
Bei den Beobachtungen der Riffe war aufgefallen das nahezu alle Korallen tot sind. Wir hatten vermutet, dass dies ein Effekt des 2004er Tsunamis war. Der Tauchlehrer erzählte uns allerdings, das die Korallen erst kürzlich gestorben sein. Im März 2011 hätte sich das Meer 3-4 Grad über die normale Temperatur erwärmt und wäre für ca. 2 Wochen in dem Zustand geblieben. Dieses Ereignis hätte dazu geführt das die Korallen bis in ca. 12m Tiefe gestorben seien. Er selbst rechnete nicht damit, dass sich der Zustand schnell wieder bessern würde.